Unser Bike-Guide Peter


 

Nah dran an Peter Peter kommt nach seinen eigenen Worten aus einer kleinen Stadt in einem kleinen Land, gemeint ist Rotterdam, das für niederländische Verhältnisse getrost als Großstadt gelten kann. Eines der Vorurteile über unsere Nachbarn besagt, dass die Alle total gut und gerne Fahrrad fahren. Das muss irgendwie stimmen, denn bei uns sind immer mehr Niederländer zu Gast und lassen sich die Stadt erklären. So ist Peter einer von mittlerweile einem guten Dutzend Guides aus Belgien und den Niederlanden, die bei Berlin on Bike geführte Fahrradtouren in ihrer Muttersprache machen.

Erstmalig nach Berlin kam Peter 2004 als Erasmus-Student im Rahmen eines Studiums der Kulturwissenschaften. Allerdings ging es nach dem Austausch-Semester erst mal zurück nach Utrecht. Und dann passierte, was in solchen Fällen so oft passiert: Berlin bzw. Friedrichshain lässt Peter nicht mehr los. In den kommenden Jahren nutzt er jede noch so absurde Ausrede als Begründung für eine Reise nach Berlin, bevor dann 2008 der endgültige Umzug an die Spree erfolgt. 

Das Poster des Flachland-Festivals, natürlich mit Wohnwagen.

Einer der Gründe für die Faszination und Liebe zur Stadt ist die enge Verknüpfung von Historischem und Persönlichem, die in Berlin an jeder Ecke zu spüren und zu erleben ist. Dazu gehört quasi eine Art Erweckungserlebnis. Im Rahmen eines Studienprojektes sollte ein Dokumentarfilm über das alte Rundfunkgelände an der Nalepastraße  gedreht werden, der zwar nie fertig wurde, aber Peter erstmals in engen Kontakt zu Zeitzeugen und der vielfältigen Berliner Geschichte brachte.

2006 gab er sogar schon mal eine Probetour bei Berlin on Bike, die damals von einem costa-ricanischen TV-Team begleitet wurde – unser damals erster WM-Gegner. Leider sind diese Aufnahmen wohl für immer verschollen.

 

Niemandsland-Kunstfestival Utrecht: Diese Mauer kommt weg Mit seinem Vorschlag, in Utrecht ein Kulturfestival mit Kunst und Kultur aus Berlin durchzuführen, stieß er in der Zwischenzeit auf offene Ohren. So stieg im März 2008 „Mitte Bitte“, als das erste von insgesamt 3 Festivals zwischen Utrecht und Berlin, die Peter initiiert und durchgeführt hat. Der nächste Schritt war das Flachlandfest, womit wir bei dem nächsten Vorurteil über die Niederländer wären. Das Logo des Festes ziert nämlich einen Wohnwagen, worauf wir gleich noch mal zurück kommen werden.

Das dritte und größte der Festivals, die Peter organisiert hat, war dann „niemandsland“ anläßlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls. Nun könnte man langsam anfangen sich zu fragen, wo denn abgesehen von Peter selbst die Verbindung zwischen Utrecht und Berlin besteht. Eine Gemeinsamkeit ist zum Beispiel die gleiche Vorwahl „030“, ansonsten scheint Utrecht obwohl viel kleiner von einer ähnlichen Struktur und Stimmung geprägt zu sein. Bei Niemandsland (video) ging es nicht nur um Berliner Geschichte sondern wie bei allen Aktionen von Peter um die persönliche Komponente. Eine der Aktionen im Rahmen des Festivals war die Errichtung von Checkpoints in der Stadt, an denen Besucher gebeten wurden den Mauern in ihren Köpfen Ausdruck zu verleihen und Steine entsprechend zu beschriften. Aus diesen Steinen wurde auf einem zentralen Platz in der Stadt eine Mauer errichtet, die zum Ende des Feste symbolisch eingerissen wurde. Das dabei entstandene Buch „Zone 030″ steht seit einer Tagung des Europarats in den Regalen diverser Minister.

Anhängerkupllung gesucht; Trampen mit dem Wohnwagen. Zurück zum Thema Wohnwagen. Die meisten von uns würden sich nicht mal trauen „normal“ zu trampen, geschweige denn mit einem Wohnwagen im Schlepptau ohne dazu gehörendes Auto! Eigentlich wollte Peter bloß übers Wochenende seinem Freund und Liedermacher Tjerk Ridder bei den Vorbereitungen zu seinem Tramping-Trip mit Anhänger helfen. Aus dem Wochenende wurden mehrere Wochen und aus der Hilfe die Teilnahme als Produzent an einem einzigartigen Projekt, das die beiden während der Fussball-WM in ein knappes Dutzend Länder geführt hat. Die bestehenden Sprachbarrieren wurden oft genug durch den gemeinsamen Ausdruck im Fussball überwunden, wenn z. B. die serbischen Trucker zwar kein Wort Englisch konnten, dafür aber jeden einzelnen Spieler der Elftal von 1974 kannten. Das Buch zu der Aktion „Anhaengerkupplung gesucht!: Man braucht andere, um voranzukommen.“ wird voraussichtlich im Herbst auf deutsch erscheinen. Die niederländische Ausgabe hat zumindest der niederländische Außenminister Frans Timmermanns im Bücherschrank zu stehen (Link). Ein Video zu der Aktion gibt es natürlich auch:

 

Eines der Bilder aus der Photoserie Go Figure, die deutschen WM-Helden von 1990. Seit dieser Zeit läuft auch das aktuellste von Peters Projekten, bei dem er Action-Figuren von Fussballern fotografiert.

Bei all den Baustellen können wir bei Berlin on Bike nur froh sein, dass der Gute überhaupt noch Zeit findet bei uns Radtouren zu führen.

 

 

 

Zum Schluss hat Peter auch noch seine ganz persönlichen Berlin-Tipps:

  • Der zum Café umgebaute Doppeldecker, Kjosk an der Cuvrybrache
  • Das Hinterhofkino Sputnik am Südstern
  • und natürlich: Das Tempelhofer Feld

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