Fahrrad-Wochenende Berlin: Critical Mass


Hier geht’s zum zweiten Teil, unserem Kurzbericht aus dem Mellowpark.

Am vergangenen Wochenende hätte man direkt den Eindruck gewinnen können, Berlin sei eine Fahrradstadt. Eingeläutet wurde das Wochenende mit der monatlichen Critical Mass (unser erster Besuch im letzten Jahr), die dank milder Temperaturen und der netten Protektion der Rennleitung, äußerst gut besucht war. Am Samstag fand dann mit der jährlichen Sternfahrt die größte Fahrrad-Demo Europas statt. Organisiert vom ADFC, wanden sich in diesem Jahr geschätzte 200.000 (!) RadlerInnen durch die Stadt und über die Autobahnen. Leider haben wir hiervon keine eigenen Bilder und die aus dem letzten Jahr sind etwas verregnet. Dafür haben wir Euch wirklich schicke Fotos aus dem Mellowpark vom dortiigen BMX-Event Highway to Hill mitgebracht (Das kommt dann einem eigenen Post). 

Critical Mass Mai 2014

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Start am Heinrichplatz/Oranienstrasse in Kreuzberg. Die Sonne senkt sich, perfektes Klima für eine abendliche Fahrradtour durch Berlin.

Wer es nicht weiß; die CM ist ein monatlich jeweils am letzten Freitag eines Monats stattfindendes weltweites Radfahrevent. Keine Demo sondern eine gemeinsame Fahrradtour, die sich auf die sog. Verbandsregel bezieht. Ab 16 Rädern gilt man als ein „Fahrzeug“ und kann geschlossen Kreuzungen und Ampeln passieren. Leider kennt kaum ein Autofahrer diese Regel und bei dieses Mal geschätzten 1.200 Teilnehmern ist das auch eine ganz schöne Kröte, die es da zu schlucken gilt. Es dauert halt ein bißchen, bis so viele Radler über eine Kreuzung sind.

Fahrt über die Oberbaumbrücke, dem inoffiziellen Wahrzeichen der Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain.

Fahrt über die Oberbaumbrücke, dem inoffiziellen Wahrzeichen der Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain.

Start war wie immer um 20 Uhr am Heinrichplatz. Ehrlicherweise ist das bei der mittlerweile erreichten Größe nicht mehr der ideale Startpunkt; die Oranienstrasse-Strasse ist einfach verdammt eng, und man blockiert tendenziell sofort beide Fahrspuren, womit man sich nicht überdurchschnittlich beliebt macht. Vielleicht aus diesem Grunde führte sie Route diesmal zunächst aus Kreuzberg raus über die Oberbaumbrücke, Richtung Treptow, bevor es nach Neukölln und wieder in die Innenstadt mit den üblichen Sehenswürdigkeiten ging. Neukölln war übrigens einziemliches Highlight mit johlenden Kids die halbe Sonnenallee entlang, die sich wie die kleinen Könige gefreut haben, wenn man sie in der Fahrt abklatschte.

Fotostop am Brandenburger Tor; fast wie auf unseren Sightseeing-Touren.

Fotostop am Brandenburger Tor; fast wie auf unseren Sightseeing-Touren.

Der unvermeidliche Fotostop am Brandenburger Tor stand ebenso wieder auf dem Programm wie ein kurzes Rundenrennen um den Großen Stern mit der Siegessäule. Leider hat sich die Gruppe da unbeabsichtigt getrennt: die eine Hälfte hat schlicht eine andere Ausfahrt genommen. War aber auch nicht schlimm, dann gabs eben zwei Fahrradtouren

Irgendwie sowieso fast immer im Bild aber wir kriegen einfach nicht genug von ihm.; der Fernsehturm am Alex.

Irgendwie sowieso fast immer im Bild aber wir kriegen einfach nicht genug von ihm.; der Fernsehturm am Alex.

Da es keine feste Route und keinen Veranstalter gibt, funktioniert das Ganze natürlich nur, wenn alle mit offenen Augen, Rücksicht und der Bereitschaft antreten zwischendurch auch mal Verantwortung zu übernehmen. Konkret wichtig vor allem dann wenn Autofahrer an einbiegenden Straßen auf die Idee kommen, den geschlossenen Verband zu sprengen und einfach die Gruppe reinzufahren. Um das zu verhindern, stellen sich immer wieder einzelne Leute und blockieren die Straße. Das Coolste daran ist, dass die Leute das offensichtlich nicht als lästige Pflicht empfinden, sondern stolz sind, einen kleinen Beitrag zu leisten, selbst wenn es immer mal wieder zu wirklich unschönen Szenen mit Motoristen kommt, die das partout nicht einsehen wollen. Da stehen dann also die unterschiedlichsten Radlertypen und versperren gutgelaunt einem 3-Tonnen-SUV den Weg und die vorbeifahrenden bedanken sich artig. Immer wieder erstaunlich zu wie viel Teilhabe Leute bereit sind, wenn man Ihnen denn nur erklärt „wie“.

critical-mass-mai2014-0372 Die Polizei hat sich nach allem was wir mitbekommen haben, vorbildlich verhalten und hat in aller erster Linie die Sicherheit der Teilnehmer im Blick gehabt. Mehr als einmal sind wir von Polizisten auf Motorrädern als Streckenposten mit einem freundlichen Lächeln abgelöst worden: „Ick übernehm ma, Ihr woll ja ooch lieber faahn, wa?“. An dieser Stelle also von unserer Seite mal ein offizielles Dankeschön an die Rennleitung!

Bloß das mit dem Tiergartentunnel hat diesmal nicht geklappt; der war gesperrt. Was ein bißchen komisch ist, denn dem Verkehrsfluss geholfen hat diese Maßnahme nicht, weil Autos auch so nicht durchgekommen sind, aber wenigstens ist dem Gesetz genüge getan und ganz ehrlich, oben ists auf die Dauer irgendwie schicker.

Wir sind dann nach geschätzten 30 km irgendwo auf der Leipziger Straße ausgestiegen, aber viel weiter ging es wohl auch nicht.

Ride Safe!

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