Roller Derby in Berlin


Mein erstes Mal beim Roller Derby

Eine der Motivationen dieses Blogs ist es, sich gelegentlich Events und Orten in Berlin zuzuwenden, die ein wenig abseits des Mainstreams sind. Im besten Fall hat es irgendetwas mit Fahrrädern zu tun, wie unser Besuch beim Bike Polo oder die Coffeeneuring Challenge, aber wir waren für Euch auch schon beim Bierbrauen, im Computerspiel-Museum oder haben uns unserer Höhenangst beim Besteigen des Schöneberger Gasometers gestellt.

Roller Derby im Berliner Poststadion.

Unsere Kollegin Hannah Satana mit der Rückennummer 666 im Einsatz als Jam-Leader beim Spiel Team Mayo gegen Team Ketchup der Berlin Bombshells.

Am vorvergangenen Wochenende nun haben wir uns auf den Weg ins Moabiter Poststadion gemacht, genauer gesagt zur Rollsportanlage, um einem fröhlichen Nachmittag beim Roller Derby beizuwohnen. Angesetzt waren zwei Partien, der noch jungen Bundesliga; Berlin Roller Girls vs. Bashlorettes Kassel und Bear City Roller Derby (ehemals Berlin Bomb Shells) vs. Stuttgart Valley Roller Girlz. Da die Stuttgarter krankheitsbedingt absagen mussten, wurde das zweite Spiel kurzerhand zu einem internen Match nach dem Motto Pommes Schranke gewandelt: Team Mayo vs. Team Ketchup.  Wie es ausgegangen ist und was das für die jeweiligen Teams bedeutet erfahrt Ihr ausführlich und kompetent auf den oben verlinkten Seiten, ich widme mich allgemeineren Betrachtungen eines absolut Ahnungslosen.

Roller Derby im Berliner Poststadion.

Eine der wenigen Optionen als Kerl beim Roller Derby mitzumachen: als Referee

Die Vollkontaktsportart Roller Derby zeichnet sich neben einem allgegenwärtigen Augenzwinkern durch ein paar Begebenheiten aus, die es zu etwas Besonderen machen. Zunächst einmal: Roller Derby wird (fast) ausschließlich von Frauen gespielt – Männer haben normalerweise nur in ergänzender Funktion wie Coach oder Schiedsrichter Zugang. Es gibt zwar Men’s Roller Derby, aber die Akzeptanz in der Szene hält sich in Grenzen. So gut wie niemand tritt unter echtem Namen an, stattdessen gilt es, sich möglichst einfallsreiche Kampfnamen auszudenken, die oft einen gewollt verruchten Beiklang haben wie, „Panty Pain“, „Lizzy Slaughter“ oder wie im Falle unserer Kollegin, die uns überhaupt erst auf den Besuch gebracht hat „Hannah Satana“. Drittens schließlich fällt bei aller rüden Rempelei, die das Spiel selbst kennzeichnet, auf, wie herzlich die Spielerinnen außerhalb des Rings miteinander umgehen – etwas das uns beim Bike Polo auch schon aufgefallen ist. Offensichtlich ein Vorteil von Sportarten, deren Szene so überschaubar ist, dass alle auf gegenseitiges Wohlwollen angewiesen sind.

Roller Derby im Berliner Poststadion.

Die Dynamik des Roller Derby auf Fotos von außen einzufangen ist nicht ganz einfach, beim nächsten Mal bemühe ich mich um einen Platz im Ring.

Interessanterweise liegen die Wurzeln des Spiels nicht wie ich dachte in dem berühmten und ziemlich trashigen Film von 1975 Rollerball, sondern in einer Veranstaltung im Jahr 1935. Inspiriert durch die damals enorm populären Sechstagerennen, ging es damals noch ausschließlich darum so viele Runden wie möglich zu fahren. In den 40ern folgte mit neuen Regeln eine echte Hochphase der Sports mit Matches vor bis zu 50.000 Zuschauern und gescripteten Brutalitäten wie beim Wrestling. Nach dem Niedergang in den 70ern gab es zur letzten Jahrhundertwende einen mehr oder weniger kompletten Neustart als reine Frauensportart mit feministischem Anspruch und Punk-Attitüde.

Roller Derby im Berliner Poststadion.

Auch wenns manchmal grob zugeht; man nimmt noch Rücksicht.

Die Grundregeln – soweit ich sie verstanden habe und zusammenfassen kann – sind relativ simpel. Zwei Teams – auch „Pack“ genannt – mit je fünf Spielerinnen sind gleichzeitig auf dem Feld. Wenn eine Spielerin es das erste Mal in einer Runde („Jam“) schafft alle gegnerischen Spielerinnen zu überholen, wird sie zum lead Jammer und kann punkten. So lange das der Fall ist, fährt eine(r) der Schiedsrichter mit L-förmig ausgestreckten Armen nebenher. Der Rest der Mannschaft verlegt sich aufs Blocken und ermöglicht so der Spielführerin weiter zu punkten, bzw. Punkte des gegnerischen lead Jammer zu verhindern. Wenn die der Meinung ist, sich einen ausreichenden Vorteil verschafft zu haben, kann Sie das Ende des Jams signalisieren und eine neue Runde beginnt. Dazwischen sind 30 sekunden Pause in denen beide Mannschaften Spielerinnen wechseln können.

Roller Derby im Berliner Poststadion.

Modenschau in der Halbzeitpause

Fazit: Wenn man die Regeln erst mal verstanden und einen Blick für das Spielgeschehen entwickelt hat, ein extrem unterhaltsamer Zuschauersport, bei dem es ordentlich zur Sache geht. Tolle Stimmung bei den Zuschauern trotz kalter Füsse.

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