Rund um die Kulturbrauerei

Kiezguide Prenzlauer Berg

Wir haben das unwahrscheinliche Glück in einem der schönsten Industriedenkmäler Berlins ein Zuhause gefunden zu haben. Die Kulturbrauerei und der sie umgebende Kiez gehören selbst schon zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. In den letzten 20 Jahren hat sich auf dem ehemaligen Brauereigelände und den umgebenden Straßen eine bunte Mischung an Kultur, Gewerbe und Gastronomie angesiedelt, so dass es sich wirklich lohnt, vor oder nach der Tour ein paar Stunden einzuplanen um auf Erkundungstour zu gehen.

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In der Kulturbrauerei

Der Berliner Nordosten hat mit dem TIC (Tourist Information Center) seine eigene Tourismusinfo, die Euch täglich zwischen 11 und 19 Uhr über das (kulturelle) Leben in Kiez und der ganzen Stadt informiert. Das Informationsangebot ist riesig und die Mitarbeiter wissen wahnsinnig viel. Stundenlange Recherchen werden damit überflüssig.

Das Theater RambaZamba ist ein inklusiver Kulturort der von, mit und für Menschen mit und ohne Downsyndrom betrieben. Die Stücke werden dabei von den Schauspielern selbst entwickelt und zeichnen sich immer wieder durch einen ganz feinen und scharfsinnigen Humor aus, der einem den Blick weitet.

Im Soda Club direkt auf dem großen Hof wird von Donnerstag bis Sonntag das Tanzbein geschwungen. Das Publikum ist hierbei relativ jung (U30) und das Programm massentauglich mit gelegentlichen Mottoparties zum Thema Salsa, oder Ladies Night. Das angeschlossene Restaurant ist die ganze Woche geöffnet und bietet einen bezahlbaren Mittagstisch. Im Gebäude gegenüber findet sich mit Kesselhaus und Palais zwei weitere Veranstaltungsräume für Konzerte etc.

Der Frannz-Club am Eingang Schönhauer Allee ist je nach Tageszeit und Event Biergarten, Restaurant, club, Konzerthaus oder Lounge. Egal was es ist, es geht entspannt und unaufgeregt zu.

Direkt am Eingang Knaackstraße findet sich seit einigen Jahren ein Museum. Alltag in der DDR heißt die Dauerausstellung vom Haus der Geschichte. Bei freiem Eintritt auch eine ideale Ergänzung zu unseren Mauer bzw. Ostberlin-Stadtführungen.

Im Pool & Cigars darf man zwar auch nicht mehr rauchen, dafür kann man in einzigartiger Atmosphäre Billard spielen. Ca 20 Tische stehen in dem goldenen 6m hohen Raum. Am Wochenende empfiehlt es sich einen Tisch zu reservieren.

Das Panda-Theater hat sich zu einem der wichtigsten Knotenpunkte der russischsprachigen Künstlergemeinde in Berlin entwickelt. Wechselnde Veranstaltungen und Dmitry Vrubel’s Studio für Bruderkunst bieten Gelegeheit mit und wie die Russen zu feiern.

Ein Kino gibt es der Kulturbrauerei auch und der Einfachheit halber heißt das auch so; Kino in der Kulturbrauerei. Das Multiplex zeigt Montags viele Filme im Original und wenn Mainstream-Blockbuster auf dem Programm stehen, auch eher die anspruchsvolleren Werke.

Ansonsten haben sich zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen auf dem Gelände angesiedelt und sorgen für die typisch Berliner Mischung. Dazu gehören Werbeagenturen und ein Photostudio ebenso wie ein Laden für nachhaltig produzierte Möbel, ein Obst- Computerladen, ein Verlag und ein Reisebüro und etliches mehr.

Trabbi mit Campingaufbau im DDR Museum in der Kulturbrauerei

Rund um die Kulturbrauerei

Eine der wichtigsten Fragen nach einer Radtour ist natürlich die nach der Nahrungsaufnahme. Die Auswahl in der näheren Umgebung ist atemberaubend und bietet für garantiert jeden Geschmack etwas. In der Kastanienallee und der Oderberger Straße reiht sich ein Restaurant ans andere, vom billigsten Italiener mit Pasta für 4 € (nicht wirklich zu empfehlen) über den tollen Pratergarten bis hin zum Edel-Japaner findet sich auch für jeden Geldbeutel das passende Mahl. Ein paar persönliche Highlights findet Ihr in unserer Rubrik „Lecker Essen

Außerdem entwickelt sich die Gegend auch immer mehr zu einem lohnenden Ziel in Sachen Mode, allein in den beiden og Straßen gibt es mittlerweile ein halbes Dutzend Läden in denen Ihr Euch neu einkleiden könnt. Vieles von dem was hier angeboten wird ist von Berliner Designern gestaltet und/oder nachhaltig produziert, jedenfalls weit weg von dem Einheitsbrei der Shoppingmalls.

Wer von uns aus die Knaackstraße entlang schlendert kommt relativ zügig zum Kollwitzplatz. Wer weiter geradeaus geht kann zunächst rechts in die Judengasse schmulen, während er geradezu schon das Wahrzeichen des Prenzlauer Bergs sehen kann, den wunderschönen Wasserturm. Am Platz selbst ist regelmäßig Markt (Do, Sa) und ringsum drängen sich weitere Restaurants.

Der Wasserturm schält sich langsam zwischen den Bäumen hervor und man muss sich entscheiden, geht es hinauf oder hinab. In Untergeschoss gibt es einen Kunstraum, innen wird gewohnt und oben drauf lassen sich trefflich bei einem Feierabendbier die letzten Sonnenstrahlen genießen.

Auf dem Wasserturm im Prenzlauer Berg

Lieben Dank an die Kollegin Jenny für das Foto

Ein kleines Stück die Rykestraße hinein. liegt die bis heute größte Synagoge Deutschland und zeigt, dass die Gegend lange Zeit ein Zentrum jüdischer Kultur und Lebensart war. Davon zeugt auch der jüdische Friedhof, der zwischen Kollwitzstraße und Schönhauser Allee liegt.

Die Clublandschaft hat im P-Berg zugegebenermaßen in den letzten 20 Jahren etwas gelitten. Während Icon, Knaack und Club der Republik klassisch gentrifiziert worden sind gibt es aber auch Anlaß zur Hoffnung. Ein Stück den Hügel runter in der ehemaligen Pfefferberg-Brauerei liegt im Bassy Cowboy Club ausschließlich Vinyl von vor 1969 auf den Tellern und im an der Torstraße lädt das Kaffee Burger zum Exzess.

Mauerpark

Und dann ist da natürlich unser erweitertes Wohnzimmer: der Mauerpark. Während der Woche und im Winter ist es relativ ruhig und der Park wird hauptsächlich von den Eingeborenen genutzt, zum Gassigehen, Drachensteigen, Basketballspielen und Einfach-nur-Abhängen. Am Wochenende jedoch ändert sich das schlagartig. Bis zu 40.000 Leute strömen an einem Sommersonntag in den Park und den dazugehörigen Flohmarkt. Überall läuft Musik, nachmittags baut Joe Hatchiban seine Karaoke-Maschine auf und das Amphitheater füllt sich mit Sanges und Feierwilligen. Das Stück übrig gebliebene Hinterlandmauer, das das Stadion vom Park trennt ist dafür ganzjährig so etwas wie eine hall-of-fame der Street Art Community und wird zumindest im Sommer eigentlich täglich auf ganzer Länge neu besprüht. Mittlerweile ist das Bauwerk bestimmt 5 cm dicker weil so viel Farbe drauf ist.

Sonntag: der Park ist voll.