Futurium – ein Haus für die Zukunft


Kurz bevor Ende Mai das Futurium zum zweiten Mal zumindest zeitweise seine Tore für die Öffentlichkeit öffnete, hatten wir die Gelegenheit in den noch leeren Räumen ausgiebig zu fotografieren. Auch wenn das Futurium ja ein Haus für Menschen und Begegnungen sein soll; als Fotograf freut man sich immer Gebäude im Urzustand vor die Linse zu bekommen, wobei ich den Verdacht habe, dass es vielen Architekten genauso geht.

WAS IST DAS FUTURIUM

Eingeladen habe ich bzw. wir uns zwar selbst, wurden aber von Julia Ebeling, die im Haus für einen Teil der Pressearbeit zuständig ist, extrem freundlich empfangen und durch das Gebäude geführt. Und Julia weiß ihr Sujet möglichst effektvoll in Szene zu setzen. Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung gehen wir zu Fuß in den zweiten Stock durch ein ganz normales Neubau-Treppenhaus, betreten die Ausstellungshalle und ich bin erstmal sprachlos. Kurz danach fange ich an zu stammeln und Julia grinst zufrieden: „Das klappt jedes Mal“, sagt sie. Während draußen die Sonne aufs Regierungsviertel brezelt, stehen wir in einer gigantischen Halle mit dunklen Wänden, dunklem Fußboden und einer komplett verglasten Front mit Blick auf die Spree. In ein paar Ecken bauen Künstler Installationen für die bevorstehenden Werkstattwochen auf, ein paar Türme mit Stühlen stehen verteilt im Raum und ansonsten ist der halb fussballfeldgroße Raum leer, lediglich gegliedert durch ein Zwischengeschoss und eine kleine Wendeltreppe. Später einmal wird dieser Raum die zentrale Ausstellung des Zukunftsmuseum beherbergen. Hier sollen in erster Linie verschiedene Zukunftsentwürfe vorgestellt und vor allem kritisch diskutiert werden. Wie können und müssen wir unsere Art zu arbeiten, wirtschaften und leben anpassen, um auch künftigen Generationen einen lebenswerten Planeten und eine gerechtere Gesellschaft zu hinterlassen. Ein Rundgang durch drei Denkräume soll unser Verhältnis zu Technik, Natur und dem Menschen selbst ausloten.

Im Tiefgeschoss wird gerade ein Interview geführt, deswegen schleichen wir nur einmal durch den Makerspace des Zukunftslabors. Hier ist alles am Start was den High-Tech-Bastler glücklich macht: 3D-Printer, CNC-Maschinen, VR, Roboterarme und allerlei Geräte, die ich nicht wirklich identifizieren kann. Hier wird es nach der eigentlichen Eröffnung im Frühjahr 2019 Workshops und Open-Source-Projekte geben, die für jeden offen sind, der sich für diese neuen Produktionsmethoden interessiert. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies tatsächlich ein neuer Nexus für die DIY- und Hardware-Hacking-Communities in Berlin werden kann und hier Kunst und Kommerz auf interessante Weise voneinander profitieren können.

Zukunftsforum und Zukunftsbühne, untergebracht in einem kleineren Veranstaltungssaal im Erdgeschoss bzw. dem Foyer, bieten jeweils Raum, die Themen der Ausstellung künstlerisch zu erweitern, kritisch zu hinterfragen und für allerlei Events, vom Roboterkonzert bis zur Podiumsdiskussion.  Man wird sehen, wie es den Machern gelingt diese spektakuläre Architektur des Büros Richter Muzikowski und den eigenen hohen Anspruch mit Leben zu füllen.

Zumindest von außen könnt Ihr das Futurium auch jetzt schon auf unseren Berlin Radtouren „Berlin im Überblick“ und der Mauer-Radtour bewundern, ab Frühling 2019 dann auch von innen.

 

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