Berlin Tourguide Andrea im Portrait


Von Würzburg hoch hinaus – und nach Berlin

Ganz zu Beginn unserer Bloggerei hatten wir schon mal angefangen, ein paar unserer Guides zu porträtieren, die fast alle nicht nur eine tolle Geschichte zu erzählen haben, sondern häufig auch sehr spannende Dinge außer ihrer Tätigkeit als Stadtführer/in und -erklärer/in. Aus irgendeinem Grunde ist das eingeschlafen, vielleicht weil während der Saison alle wenig Zeit haben und im Winter sonstwo unterwegs sind. Wie auch immer, wir haben beschlossen das zu ändern und Euch künftig mindestens einmal im Monat einen unserer Guides vorzustellen oder eben eine Guidesse.

Tourguide Andrea am Spreeufer

Tourguide Andrea am Spreeufer

Die Serie mit Andrea wieder zum Leben zu erwecken, erschien passend weil es etwas Aktuelles zu berichten gibt. Gerade ist Andrea nämlich mit ihrem Partner, zwei farbenfrohen Brompton Falträdern und einem selbstgebauten Anhänger mit einer Drone drin in Kambodscha unterwegs, um Spenden für ein Trinkwasserprojekt zu sammeln.  „Donation Drone“ nennt sich das Projekt und das Schöne ist, Ihr spendet nicht einfach nur, sondern bekommt eines der wirklich wunderbaren Luftbilder, das Ihr wiederum verschenken könnt.  Schaut Euch auch die Facebook-Seite von Donation Drone an, da gibt es fast täglich klasse Fotos von den beiden.

"Dronie" statt Selfie nennen die beiden Ihre Selbstportraits aus der Luft.

„Dronie“ statt Selfie nennen die beiden Ihre Selbstportraits aus der Luft.

 Jetzt haben wir die Geschichte irgendwie am falschen Ende angefangen, aber so steht das Wichtigste wenigstens ganz oben. Wie kam es aber nun dazu. Wie 3/4 aller Berliner ist Andrea nicht hier geboren. Angefangen hat zumindest der berufliche Werdegang mit einer Fotografenlehre in Würzburg. Das war zu einer Zeit, als Fotografie nicht nur Kunst war, sondern immer auch Handwerk, das deutlich mehr Wissen und Fertigkeiten erforderte als mit PortraitPro den Schieberegler für die Hautunreinheiten nach rechts zu ziehen. Man hantierte in dunklen Räumen mit prägnant riechenden Chemikalien und es gab 1.000 Dinge, die schief gehen konnten. Die anschließende Vertiefung im universitären Umfeld berechtigt Andrea außerdem zum Führen des Titels Photo-Ingenieur, was letztlich eine rein schulische Variante der Ausbildung zum Fotografen ist, unabhängig von einem Unternehmen.

Tourguide Andrea mit Faltrad und Industrieromantik in Schöneweide.

Tourguide Andrea mit Faltrad und Industrieromantik in Schöneweide.

Just als das geschafft war, zog die erste Internetwelle um die Welt und plötzlich drohte jedem eine Karriere als Web-Entwickler, wenn er nur über rudimentäre HTML-Kenntnisse verfügte. Andrea und ihr damaliger Freund wussten da schon mehr und besser Bescheid und die nächsten Jahre verbrachten die beiden in einem Häuschen in der Eifel mit der Programmierung von Kundenbindungssystemen für so illustre Kunden wie Renault. Weil derartige Arbeit aber für echte Kreativköpfe auf Dauer wenig Befriedigung bringt – und wohl auch weil die Beziehung endete – ging es zunächst nach Bonn.

Tourguide Andrea mit Ihren Bromptons und Anhänger in Kamboscha.

Tourguide Andrea mit Ihren Bromptons und Anhänger in Kamboscha.

Da hat sich Andrea dann irgendwie durchgeschlagen, von der großen Welt geträumt, weiter fotografiert und vor allen Dingen Klaus kennengelernt. Bonn wurde allerdings auch schnell zu klein und so reifte der Entschluss zu einer Reise. Und was für einer. Geplant waren 6 Monate, geworden sind es 24. Fast zwei Jahre lang war das Gespann im Nahen Osten und Südeuropa unterwegs – natürlich mit dem Rad. Irgendwann bekam Klaus ein Angebot aus Berlin und ohne Zögern wurden die 7 Sachen gepackt (viel mehr war es zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich wirklich nicht). Verbunden mit dem Umzug war auch der Entschluss, mehr Zeit der Kunst und der Erforschung neuer Technologien zu widmen. Das Atelier in Oberschöneweide, aus dem heraus das Gespann arbeitet, das mittlerweile unter dem Label JokeAir professionelle Dronenfotografie und -videografie anbietet, ist ein Traum für Spielkinder wie mich. Neben den Koptern steht ein 3D-Drucker im Regal, der je nach Bedarf Kunst oder Ersatzteile ausspuckt.

Tourguide Andrea demonstriert in Ihrer Küche wieviel Klamotten man auf eine 3-monate Asienreise wirklich mitnehmen muss. Nicht all zu viel, wie es aussieht, obwohl das auch einfach schlicht daran liegen könnte, dass der Rest des Platzes für Technik drauf geht.

Tourguide Andrea demonstriert in Ihrer Küche wieviel Klamotten man auf eine 3-monate Asienreise wirklich mitnehmen muss. Nicht all zu viel, wie es aussieht, obwohl das auch einfach schlicht daran liegen könnte, dass der Rest des Platzes für Technik drauf geht.

Für Geschichte hat sich Andrea auch schon immer interessiert und irgendwie war es da beinahe folgerichtig, dass es sie zu uns verschlagen hat. Zumindest war uns nach wenigen Augenblicken im Bewerbungsgespräch bzw. beim Casting klar: „Die wollen wir“. Ernsthaft, da kommt jemand gerade von einer halben Weltreise auf dem Rad zurück, hat bunte Haare, ist Künstlerin und außerdem noch brutal kompetent und witzig, was soll da schief gehen? Ging es dann ja auch nicht, seit mittlerweile 2 Jahren bereichert Andrea unser Sightseeing-Team und unsere Facebook-Timeline gleichermaßen und wir hoffen, dass sie das auch noch ein paar weitere Jahre tut.

Falls Ihr auch noch auf der Suche nach Eurem nächsten Traumjob seid: wir suchen eigentlich immer charakterstarke und unterhaltsame Menschen, die gerne reden (und dabei nach Möglichkeit Sinn machen) und Fahrrad fahren. Hier ist unsere aktuelle Stellenausschreibung.

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