Music Ride 2015 mit Klara Geist


Radtour durch 80 Jahre Berliner Musikgeschichte

Zum diesjährigen Saisonstart – und weil wir unseren Beitrag zu Berlin Bicycle Week leisten wollten – haben wir uns gemeinsam mit Klara Geist etwas ganz besonderes ausgedacht: den Berlin Music Ride. Hier gibt’s die Playlist

Vor allem Anderen: Vielen Dank an alle Helfer und Teilnehmer, die uns bei diesem wunderschönen Event begleitet haben – Ihr wart toll. Insbesondere das Absperren der Straßen hat super geklappt, weil alle mitgedacht und -gemacht haben. Speziellen Dank natürlich an Fanny und Willy von Klara Geist, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben und deren neuestes Meisterstück „The Big One“ an diesem Tag endlich offiziell Premiere gefeiert und sein Erlkönigs-Gewand abgelegt hat. Außerdem nicht unerwähnt bleiben soll Thore, unser Kameramann, Sven sein Rikschafahrer, der zudem noch für schönes Licht gesorgt hat und Kai, der uns aus einem rollenden Kühlschrank mit frischen Getränken versorgt hat.

Kamera-Rikscha mit Sven am teuer und Thores Mütze

Kamera-Rikscha mit Sven am teuer und Thores Mütze

Die Grundidee ist denkbar simpel; wir suchen Musik raus, die in den letzten 100 Jahren in Berlin entstanden ist, oder bei der es um Berlin geht oder die einen sonstwie gearteten Bezug zu unserer wunderbaren Heimat- und Hauptstadt hat.  Ein mikrofonerfahrener Guide, der selbst Musiker ist, fährt vorneweg und Klara Geist mit „The Big One“ und diesem unfassbaren Sound hinterdrein.

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Nachdem vor Ort bei der Messe erst mal nicht ganz klar ist wo wir uns eigentlich sammeln können, richten wir wir uns auf einem Parkplatz direkt davor ein. Schon in den Tagen vor der Veranstaltung ließ sich erahnen, dass der Ride einige Leute ansprechen würde. Trotzden sind wir ein bißchen ungläubig und freudig überrascht, dassdank gutem Wetter kurz nach 17 Uhr geschätzte 150 musikinteressierte Radler sich vor der Station Berlin einfinden. Ich selbst tue mich mit Mikrofonen noch etwas schwer, also überlasse ich das Reden Ekki und stammle nur ein paar Worte zur angeratenen Rücksichtnahme.  Angesichts der Masse an Leuten entscheiden wir uns spontan, lediglich zwei Stopps zu machen, weil Ankommen und Losfahren zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Nach dem ersten Feedback von einigen Teilnehmern, dürfen es aber gerne mehr sein. Beim nächsten Mal planen wir einfach mehr Zeit ein, dann können wir auch mehr erzählen.

Kurzer Stopp am Potsdamer Platz

Kurzer Stopp am Potsdamer Platz

Schon beim Aufbruch ist klar, dass der Ride auch musikalisch was ganz Besonderes ist. Während Klara Geist uns sonst fast ausschließlich mit wohltemperiertem Electro beschallt, tönen bei der Fahrt zum Potsdamer Platz erst mal Depeche Mode durch die Stadt. Am Platz selbst sammeln wir uns noch mal kurz und Ekki klärt ein wenig auf, über die bewegte Geschichte der benachbarten Hansastudios.

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Die Fahrt vorbei am Checkpoint Charlie und durch die Kochstraße versüßt uns Hildegard Knef mit Ihrer Berlin-Hymne „Diese Stadt“und mir läuft ein erstes Mal ein wohliger Schauer über den Rücken. Das Feedback der Passanten ist unglaublich; Lachen, Anfeuern, Fragen; wir fallen auf und zwar durchweg positiv. In den engen Straßen sind wir weithin zu hören und die Musik passt perfekt zu der frühen Abendstimmung.

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Am Mariannenplatz sammeln wir uns erneut für eine kurze Anekdote. Das Bethanien als erstes besetztes Haus in Berlin hat eine herausragende Bedeutung für die Subkultur Berlins in den 70er-Jahren – Ein Ereignis das auch im musikalischen Gedächtnis der Stadt seine Spuren hinterlassen hat. Der passende Soundtrack kommt selbstverständlich von Ton Steine Scherben (Rio Reiser). Als beim ersten Refrain des Rauch-Haus-Songs plötzlich 50 Leute mitgrölen, breitet sich endgültig ein zufriedenes Grinsen bei mir und den anderen Organisatoren aus.

Abendsonne an der Eastside-Gallery; den Vorsatz nur eine Spur zu blockieren haben wir bei der Menge an Leuten nicht wirklich lange aufrecht halten können.

Abendsonne an der Eastside-Gallery; den Vorsatz nur eine Spur zu blockieren haben wir bei der Menge an Leuten nicht wirklich lange aufrecht halten können.

Anschließend rollen wir flüssig bei rot glühendem Himmel an der Eastside-Gallery vorbei, über die Oberbaumbrücke und mit einem kleinen Hindernisparkour am Bahnhof Prinzenstraße zum Tempelhofer Feld. Dank Sondergenehmigung ist hier ausnahmsweise bis 22 Uhr offen. Anlaß ist der 24-Stunden-Zeitfahr-Weltrekordversuch von Christoph Strasser. Wir bilden eine Gasse mit unseren Rädern, drehen das Licht in die Mitte und die Anlage auf. Schon nach wenigen Minuten kommt Christoph das erste Mal vorbei und lässt sich von uns anfeuern. Die Stimmung ist toll. Mittlerweile ist es abgesehen von unserem Lampen stockduster und wir beschließen eine Weile zu bleiben. Kai schenkt die letzten Biere aus und das Begleitfahrzeug und Herr Strasser bedanken sich jedes Mal für unseren euphorischen Jubel.

Bild L.T. Rehbach

Bild L.T. Rehbach

Den Rückweg zur Station Berlin treten wir mit einer schon ziemlich geschrumpften Truppe a, mittlerweile ist es ziemlich kalt und wir lassen den Abend auf dem Hof der Berliner Fahrradschau langsam ausklingen.

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Fazit: Ein wunderschönes Event, ohne größere Zwischenfälle, glückliche Mitradler und ein gelungener Saisonauftakt. Gerne wieder!

Hier

Ride Safe!

Sasch

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