Zur Primärnavigation springen Zum Inhalt springen Zur Fußzeile springen
Zurück zum Blog

Little Big City Berlin

Hier werden gerade die Gebrüder Sass gestellt, zwei clevere Einbrecher, die während der Weimarer Republik zu Ruhm und Popularität gekommen sind. Ihr größtes Verdienst in Safeknacker-Kreisen war sicherlich die Idee erstmals einen Schneidbrenner zu benutzen, um Banktresore zu öffnen. Ein nicht zu unterschätzender Beitrag.

Die Hauptstadt im Zwergen-Maßstab

Den aufmerksamsten unserer Leser ist vielleicht schon eine gewisse Liebe zu Stadtmodellen Berlins aufgefallen. Vieles, was beim Spazieren durch die Stadt unklar bleibt, wird klar, wenn man es als maßstabsgetreues Modell sieht. Obwohl auch ein Modell letztlich nur eine Repräsentation ist, erschließen sich Beziehungen verschiedener Gebäude und Nachbarschaften viel besser, wenn man sie dreidimensional verarbeiten kann und nicht nur auf einem Stadtplan sieht.

Aber selbst wenn man all diese vermeintlich intellektuellen Betrachtungen außen vor lässt, ist so ein Modell faszinierend und lädt dazu ein, immer neue Details zu entdecken. Als Instrument um Geschichte erlebbar zu machen, sind liebevoll gestaltete Dioramen schon lange beliebt. Auch als Ergänzung zu einer unserer Radtouren sind solche Modelle gut geeignet, quasi als Fortsetzung des Sightseeing im Kleinstmaßstab.  So verwundert es wenig, dass dieser Tage mit Little Big City eine neue Attraktion um Besucher buhlt, die sich genau diese Faszination zu eigen macht. Während die ungleich größere und ganz auf die Darstellung der Gegenwart beschränkte Miniaturwelt Loxx gerade nach einem Käufer sucht, weil sich die Riesen-Modellbahn nicht trägt, hat hier die Merlin Group ordentlich investiert. Zu dem Konzern gehören u. a. auch das Dungeon Berlin und Madame Tussauds.

An der Bernauer Straße standen die Häuser im Osten, während der Bürgersteig schon im Westen war. In den ersten Wochen nach dem Mauerbau konnten so noch 1000e durch die Fenster flüchten, bevor erst die Fenster zugemauert und dann die Häuser abgerissen wurden.

An der Bernauer Straße standen die Häuser im Osten, während der Bürgersteig schon im Westen war. In den ersten Wochen nach dem Mauerbau konnten so noch Tausende durch die Fenster flüchten, bevor erst die Fenster zugemauert und dann die Häuser abgerissen wurden.

In sieben Epochen, die jeweils durch einen eigenen Bereich dargestellt werden, geht es von der Gründung Berlins durch die Jahrhunderte bis in die Hauptstadt der Gegenwart. Naturgemäß nimmt hierbei das 20. Jahrhundert den größten Raum ein, während die Anfänge gleich mal den kompletten Zeitraum bis vor den Beginn der Industriellen Revolution abdecken. Mithin im Schnelldurchlauf wird hier alles vom 1. Schlossbau, über die Reformation, die Renaissance und den Barock bis zum 19. Jahrhundert in einen Topf geschmissen. Die eigentliche Stärke der Little Big City ist aber ohnehin nicht die historisch anspruchsvolle Darstellung großer Zusammenhänge, sondern die Fähigkeit viele kleine Geschichten miteinander zu verbinden und dabei auch Kurioses zutage zu fördern. Es gibt in jeder Epoche viele kleine Dinge zu entdecken, die häufig erst auf den zweiten Blick zu einer Story werden, wie die Leichen im Dachstuhl oder die Arbeiter, die aufrecht in die Fabrik marschieren, um als gebeugte Männer wieder ausgespuckt zu werden.

Kämpfe am Berliner Stadtschloss

Kämpfe am Berliner Stadtschloss

Der Besuch öffentlicher Hinrichtungen gehörte auch in Berlin zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der "kleinen Leute". Fast volksfestartig muss die Stimmung gewesen sein.

Der Besuch öffentlicher Hinrichtungen gehörte auch in Berlin zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der “kleinen Leute”. Fast volksfestartig muss die Stimmung gewesen sein.

Militärparade vor dem Palast der Republik mit dem Fernsehtum im Bau. In echt haben da natürlich viel mehr Leute gejubelt und der Riesen-Lenin stand auch nicht am Alex, sondern am Platz der Vereinten Nationen, aber ein bisschen künstlerische Freiheit muss man den Machern der Little Big City Berlin schon zugestehen.

Militärparade vor dem Palast der Republik mit dem Fernsehturm im Bau. In echt haben da natürlich viel mehr Leute gejubelt und der Riesen-Lenin stand auch nicht am Alex, sondern am Platz der Vereinten Nationen, aber ein bisschen künstlerische Freiheit muss man den Machern der Little Big City Berlin schon zugestehen.

Im  Oktober '61 standen sich amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint Charlie unterwegs. Wegen einer Kleinigkeit wäre damals fast der Dritte Weltkrieg gestartet.

Im Oktober ’61 standen sich amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint Charlie unterwegs. Wegen einer Kleinigkeit wäre damals fast der Dritte Weltkrieg gestartet.

a group of stuffed animals sitting on top of a building

David "The Hoff" Hasselhoff singt mit seiner Glühbirnen-Lederjacke die Mauer kaputt. (Das glaubt der Mann bis heute!)

David “The Hoff” Hasselhoff singt mit seiner Glühbirnen-Lederjacke die Mauer kaputt. (Das glaubt der Mann bis heute!)

Gustav Scheidemann ruft 1918 die Republik von einem Balkon des Reichstagsgebäudes aus.

Gustav Scheidemann ruft 1918 die Republik von einem Balkon des Reichstagsgebäudes aus.

Lichtprojektionen  ergänzen die Modelle und kreieren eine teils bedrückende Stimmung wie hier bei dieser Darstellung einer Bombennacht an der schon getroffenen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Lichtprojektionen ergänzen die Modelle und kreieren eine teils bedrückende Stimmung wie hier bei dieser Darstellung einer Bombennacht an der schon getroffenen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Hier werden gerade die Gebrüder Sass gestellt, zwei clevere Einbrecher, die während der Weimarer Republik zu Ruhm und Popularität gekommen sind. Ihr größtes Verdienst in Safeknacker-Kreisen war sicherlich die Idee erstmals einen Schneidbrenner zu benutzen, um Banktresore zu öffnen. Ein nicht zu unterschätzender Beitrag.

Hier werden gerade die Gebrüder Sass gestellt, zwei clevere Einbrecher, die während der Weimarer Republik zu Ruhm und Popularität gekommen sind. Ihr größtes Verdienst in Safeknacker-Kreisen war sicherlich die Idee erstmals einen Schneidbrenner zu benutzen, um Banktresore zu öffnen. Ein nicht zu unterschätzender Beitrag.

Personenkontrolle im zerbombten Berlin.

Personenkontrolle im zerbombten Berlin.

Leider wissen wir nicht mehr welches grausige Verbrechen hier dargestellt ist.

Leider wissen wir nicht mehr welches grausige Verbrechen hier dargestellt ist.

Vor der Zerstörung kommt der Wahn; die SA beim Marsch durchs Brandenburger Tor.

Vor der Zerstörung kommt der Wahn; die SA beim Marsch durchs Brandenburger Tor.

Die industrielle Revolution, mit einer Fabrik die aufrechte Menschen frißt, um gebeugte Greise wieder auszuspucken.

Die industrielle Revolution, mit einer Fabrik die aufrechte Menschen frisst, um gebeugte Greise wieder auszuspucken.

Im Deutschland der Kaisserzeit undenkbar, während der Goldenden Zwanziger auf einmal sichtbar: zwei Frauen die miteinander tanzen - was natürlich auch erst mal am Männermangel nach dem Krieg lag. Im Übrigen waren die 20er nur für einen kllitzekleinen Teil der Leute wirklich golden, nämlich die sehr Wohlhabenden. Der Großteil der Leute, war froh wenn sie was zu Futtern und haben sich keine Gedanken über Kokain aus der Apotheke gemacht.

Im Deutschland der Kaiserzeit undenkbar, während der Goldenden Zwanziger auf einmal sichtbar: zwei Frauen die miteinander tanzen – was natürlich auch erst mal am Männermangel nach dem Krieg lag. Im Übrigens waren die 20er nur für einen kllitzekleinen Teil der Leute wirklich golden, nämlich die sehr Wohlhabenden. Der Großteil der Leute, war froh, wenn sie was zu Futtern haben, und haben sich keine Gedanken über Kokain aus der Apotheke gemacht.

Suffragetten demonstrieren für das Frauenwahlrecht.

Suffragetten demonstrieren für das Frauenwahlrecht.

Infos Little Big City Berlin

Adresse
Panoramastr. 1A
10178 Berlin

Direkt am/im Fuss des Fernsehturms

Öffnungszeiten

Mo – So 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr, letzter Einlass 18:00 Uhr

Preise

Aktuell 10 € bei Online-Kauf, 16 € vor Ort.

  • FÜR GESCHICHTSINTERESSIERTE!
Ab 29

Sie stand 28 Jahre, die Berliner Mauer. Und wurde immer weiter ausgebaut, bis ein Entkommen über die Sperranlagen fast unmöglich war. Eine Zeitreise in den „Kalten Krieg“. Mit oft unglaublichen Geschichten, von waghalsigen Tunnelfluchten bis…