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Täglich 10 Uhr
zusätzlich Mo, Mi, Sa 15 Uhr
15 Km, 3,5 Std.
14 € + 5 € für Leihrad
Mauer Radtour
Immer an der Wand lang
Sie war mehr als eine Mauer. 29 Jahre lang durchschnitt die Berliner Mauer im Zickzackkurs die Straßen der Stadt und die Leben der Menschen. Das 4 Meter hohe Monstrum aus Betonelementen war gekrönt durch die charakteristische Betonröhre, damit Kletterer keinen Halt finden konnten.
Auf der Ostseite der Mauer verlief parallel der Todesstreifen, eine geharkte Fläche, 20 bis 30 Meter breit, mit Signalzäunen, Hundelaufanlagen, Wachtürmen und Patroullienweg. Eine sogenannte Vormauer trennte dieses feindliche Niemandsland vom Ost-Berliner Stadtgebiet ab.
Sieben Grenzübergänge ermöglichten, sortiert nach “Westberlinern”, “BRD-Bürgern” und “Ausländern/ Diplomaten”, den Übertritt von West nach Ost. In umgekehrter Richtung durften nur Rentner und wenige Auserwählte mit Sondergenehmigung passieren.
Nach der Wende 1989 hat man die Sperranlagen abgebaut. Nur einige hundert Meter Mauer und drei Wachtürme sind erhalten geblieben. Trotzdem sind noch überall Spuren der Teilung sichtbar.
Der ehemalige Grenzübergang Bornholmer Straße: 138 Meter überspannt die bald hundertjährige Nickelstahlkonstruktion das Bahngelände. Am 9. November 1989 wurde dieser Übergang als Erster geöffnet. Kurz nach der Tagesschau rollte der erste Trabi in den Westen.

Den Grenzübergang markiert heute ein sprechendes, rotes Sofa – warum? Wir fragen nach…
Bis zum Fall der Berliner Mauer 1989 verliefen unmittelbar hinter dem Dynamo-Sportstadion die Grenzanlagen. Heute wogen hier Gras und Heidekraut im Wind und vor allem die lang gestreckte Form des heutigen Mauerparks gibt eine Ahnung der Geschichte, die an dieser Stelle die Bewohner von Prenzlauer Berg (ehemaliges Ost-) und Wedding (ehemaliges Westberlin) voneinander trennte. Im Hintergrund ragen die Flutlichtscheinwerfer des Stadions auf.
Um Platz für den Todesstreifen zu schaffen, wurden an der Bernauer Straße die Vorderhäuser abgerissen. Zuvor waren wiederholt Ost-Berliner aus den Fenstern ihrer Wohngebäude in den Westen gesprungen. Auch gut 20 Jahre nach dem Mauerfall ist die innerstädtische Narbe nicht verheilt.
Von Westen war die Mauer mit bunten Graffitis verziert. Nach der Wende kamen die “Mauerspechte” mit Hammer und Meißel. Jeder wollte sich ein Stück mit Farbklecksen nach Hause nehmen. Doch manche Teile der Originalmauer haben die Souvenirjäger überlebt.
An der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße wurden die Maueranlagen nachgebildet. Der Blick aus der Vogelperspektive zeigt die ganze Dimension des so genannten Todesstreifens. Penibel wurde die Fläche zwischen den beiden Mauern geharkt. Fußabdrücke wären den Grenzpatroullien darum sofort aufgefallen.
Der Ostberliner Stadtbezirk Mitte ragte wie eine Nase in West-Berliner Territorium. Zwei West-Berliner U-Bahn-Linien und eine S-Bahnstrecke unterquerten diesen Bereich unterirdisch. Die Züge fuhren ohne Halt durch schummrige Geisterbahnhöfe, deren oberirdische Eingänge, wie hier am Nordbahnhof, zugemauert waren.
Am ehemaligen Grenzübergang Chausseestraße werden Kaninchen platt gefahren. Die Tiere aus Metall sind in den Asphalt der heute wieder stark frequentierten Straße eingelassen, zur Erinnerung daran, dass sie über 28 Jahre als Einzige hier unkontrolliert hin- und herhoppeln konnten.

Von einst über 400 DDR-Grenzwachtürmen an der Berliner Mauer sind noch ganze 4 erhalten. Jürgen Litfin, dessen Bruder Günther am 24.08.1961 als erster bei einem Fluchtversuch von Ost-Berlin nach Westen erschossen wurde, hat mit Hartnäckigkeit und List den Turm am Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal vor dem Abriss bewahrt und dort eine kleine Gedenkstätte eingerichtet. An manchen Tagen schließt der heute 73-Jährige den Turm auf und erläutert Besuchern höchstpersönlich sein Familienschicksal.
Der Ausgang der DDR. Wer über den Bahnhof Friedrichstraße zu einem Tagesbesuch nach Ost-Berlin eingereist war, musste bei der Ausreise durch diese Tür. Der “Tränenpalast” wurde in den 60er Jahren als Abfertigungsgebäude für West-Besucher errichtet. Die tränenreichen Abschiedsszenen auf dem Vorplatz gaben ihm seinen Spitznamen.
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